HNO-PRAXISKLINIK am Krankenhaus Lübbecke

Gemeinschaftspraxis für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Allergologie

Tinnitus

Etwa jeder 10. Bundesbürger leidet an einem chronischen Ohrgeräusch. Als Tinnitus werden Ohrgeräusche bezeichnet, die sich durch unterschiedliche akustische Wahrnehmungen wie Sau­sen, Piepen, Pfeifen, Klingeln bemerkbar machen.

Die Ursachen für diese „Phantomgeräusche“ sind vielfältig, meist lässt sich durch Hörtestungen eine Funktionsstörung im Innenohr nachweisen, die in vielen Fällen als Ursache für die Geräusche anzusehen ist. Viele Patienten mit Ohrgeräuschen kommen mit einer hohen Erwartungshaltung zum Arzt und verlangen von ihm, dass er dass Geräusch „ab­schaltet“. Dies wird nicht gelingen, da eine kausale Therapie zumindest bei dem schon länger bestehenden chronischen (noch) nicht möglich ist. Häufig resultieren daher Frustrationen sowie das Gefühl, dem Tinnitus ausgeliefert zu sein und für immer auf die zurückersehnte Stille ver­zichten zu müssen. Um so wichtiger ist es, sich von einem Arzt behandeln zu lassen, der neben der Fachkompetenz auch das nötige Einfühlungsvermögen besitzt, den Patienten mit seinen Ängsten optimal zu betreuen.

Welche Untersuchungen sind bei Ohrgeräuschen notwendig?

OhrgeräuscheZusätzlich zu den unter Allgemeine Hörtestungen genannten Untersuchungen werden bei Tinnituspatienten weitere Testungen vorgenommen werden:

Bei der Tinnituslokalisation wird in der Audiometriekabine durch Vergleichstöne versucht, den Tinnitus hinsichtlich Frequenz und Intensität zu messen. Desweiteren wird ermittelt, ob der Tinnitus durch Töne oder Schmalbandrauschen verdeckbar ist.

Viele Tinnituspatienten klagen über eine erhebliche Geräuschempfindlichkeit, die auch als Hyperakusis bezeichnet wird. Die Messung der Unbehaglichkeitsschwelle erlaubt eine Aus­sage über den Dynamikbereich des Innenohres. Erniedrigte Werte der Unbehaglichkeits­schwelle geben Hinweise für das Vorliegen der Hyperaksusis.

Die Belastung durch den Tinnitus kann zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensquali­tät führen. Spezielle Fragebögen helfen uns, den Schweregrad der Erkrankung richtig einzu­schätzen.

 

 

Welche Behandlung wird bei Ohrgeräuschen vorgenommen?

Medikamentöse Therapie
Für die Behandlungsstrategien bei Ohrgeräuschen ist entscheidend wie lange das Problem schon besteht. Bei einem akut entstandenen Geräusch wird -ähnlich wie bei einem Hörsturz - durch eine durchblutungsfördernde Behandlung (Tabletten, Infusionen, Sauerstoff) versucht, die Mikrozirkulation und den Stoffwechsel im Innenohr anzuregen. Die medikamentöse The­rapie bewirkt eine Verbesserung der Energieversorgung sowie die Einleitung von physiologi­schen Reparaturprozessen des Innenohres. Der Patient wird für einige Tage krankgeschrieben und ggf. auch stationär behandelt, um Stressfaktoren, die durch das soziale Umfeld bedingt sind, für einige Zeit auszuschalten.

Bei chronischen Ohrgeräuschen, die länger als drei Monate bestehen, sind medikamentöse Maßnahmen ohne Wirkung. Viele Patienten mit chronischen Ohrgeräuschen leiden sehr stark. Sie vermissen schmerzlich den Verlust der Stille, klagen über Konzentrations- und Schlafstörungen und fühlen sich in ihrer körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit einge­schränkt. Sie gelten in vielen Praxen als „unbequeme Patienten“ da der Beratungsbedarf groß ist und Behandlungserfolge häufig ausbleiben.

Tinnitus-Retraining-Therapie
Zusammen mit der REHA-Klink „Holsing vital“ in Pr. Oldendorf bieten wir unseren Pati­enten ein modernes Behandlungskonzept beim chronischen Tinnitus an, das als „Tinnitus-Retraining-Therapie (TRT)“ bezeichnet wird. Das erste Kernstück dieser Therapie ist eine umfassende Beratung des Patienten (direktives Counseling), um die mit den Ohrgeräuschen verbundenen Ängste abzubauen.

Das zweite Kernstück ist eine Geräuschtherapie (sound enrichment), mit der Filterstationen in der zentralen Hörbahn aktiviert werden sollen. Die Stärkung der Filterungsprozesse in der Hörbahn bewirkt, dass die Wahrnehmung der Ohrgeräusche deutlich abgeschwächt wird und sie nicht mehr störend sind. Möglichkeiten der Geräuschanreicherung bestehen in der Anwendung einer speziellen Musiktherapie oder der Anpassung von Rauschgeräten (Noisern).

Als dritte Säule der TRT wird ein intensives Hörtraining angeboten, das aus Übungen be­steht, mit denen man durch Lenkung seiner Gedankenströme [Aufmerksam­keits(um)lenkung] aktiv die Wahrnehmung der Ohrgeräusche beeinflussen kann. Der Patient realisiert, dass er den Geräuschen nicht mehr hilflos ausgeliefert ist und durch regelmäßige Wiederholung der Hörübungen seinen Therapieerfolg selber erarbeiten kann. Speziell ausgebildete Hörtherapeuten helfen Ihnen, diese Übungen zu erlernen.

Durch die Tinnitusretrainingtherapie wird ein „Abschalten“ der Ohrgeräusche zwar nicht erreicht, wohl aber eine deutliche Reduktion der durch den Tinnitus ausgelösten Einschrän­kung seiner Lebensqualität. Der Erfolg der Therapie lässt sich durch Fragebögen evaluieren. Die Retrainingtherapie ist eine Teamleistung, an der HNO-Ärzte, Psychologen und Hörtherapeuten mitwirken; sie kann nicht von einem Einzelnen erbracht werden.

Weitere Informationen erhalten Sie auf der Homepage Deutschen Tinnitus-Liga (DTL).
www.tinnitus-liga.de

Praxistelefon-Hotline

Zentraler HNO-Notdienst

am Wochenende
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Tel. 0180 5044100

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