Hörsturz

Plötzlich auftretende Hörprobleme können verschiedene Ursachen haben. Ein harmloser Ohrenschmalzpfropf kann die Störung auslösen, aber auch eine gefährliche Durchblutungsstörung des Innenohres.

Fotolia 27963604 XSDer Hörsturz ist ein akut einsetzendes Ereignis, das zu einer plötzlichen, fast immer einseitigen Hörstörung führt, die in den meisten Fällen durch ein heftiges Ohrenrauschen begleitet wird. Das Ausmaß der akuten Hörstörung ist dabei sehr unterschiedlich. Es reicht von einer leichten Hörbeeinträchtigung bis hin zur Ertaubung. Die Ursachen für den Hörsturz sind immer noch unklar. Man kann aber davon ausgehen, daß Virusinfektionen in Kombination mit Streß sowie Durchblutungs- und Stoffwechselstörungen des Innenohres in den meisten Fällen als Ursache in Frage kommen.

Was ist bei einem Hörsturz zu tun?

Der Hörsturz ist ein Eilfall und sollte möglichst schnell fachärztlich abgeklärt werden. Zunächst wird eine mikroskopische Untersuchung des Trommelfells und des Gehörgangs durchgeführt, um Ohrenschmalzpröpfe oder entzündliche Trommelfellveränderungen auszuschließen. Dann erfolgt eine audiometrische Untersuchung, bei der das Ausmaß des Hörschadens exakt bestimmt werden kann.

Wie kann ein Hörsturz behandelt werden?

Eine Krankschreibung für eine Woche sollte dem Patienten angeboten werden, um ihn aus dem beruflichen Spannungsfeld herauszunehmen und ihm eine Erholung zu ermöglichen. Medikamentöse Maßnahmen, die auf eine Verbesserung der Durchblutungs- und Stoffwechselsituation abzielen, sind ebenfalls sinnvoll. Hierfür kommen durchblutungsfördernde Tabletten in Frage, aber auch Infusionen, die häufig in Kombination mit Kortison oder einer Sauerstofftherapie verabreicht werden.

Entstehen Kosten bei der Hörsturzbehandlung?

Seit dem 1.April 2009 werden weder die Kosten für die notwendigen Medikamente beim Hörsturz noch die Infusionsbehandlung von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt. Die Krankenkassen begründen ihr Vorgehen damit, daß die bisherigen Studienergebnisse einen Nachweis der Wirksamkeit der Hörsturztherapie nicht erbracht haben. Weder die Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde noch der HNO-Berufsverband konnten die kranken Kassen in ihrer Haltung umstimmen. Da die meisten HNO- Praxen eine effektive Hörsturzbehandlung ihren gesetzlich versicherten Patienten nicht vorenthalten möchten, werden diese Leistungen als „individuelle Gesundheitsleistung“ in Rechnung gestellt.