HNO für Kinder

HNO-Erkrankungen bei Kindern beanspruchen einen großen Teil der Behandlungszeit des Hals-Nasen-Ohrenarztes. Infekte kommen in diesem Lebensabschnitt gehäuft vor, da sich das Immunsystem noch in der Entwicklung und Reifung befindet und andererseits in Schule und Kindergarten die Konfrontation des jungen Organismus mit Krankheitserregern wie Bakterien und Viren sehr groß ist. Dies sind neben anatomischen Besonderheiten die Hauptgründe, weshalb Kinder häufig wegen Ohrenschmerzen oder Entzündungen der oberen und unteren Atemwege den Hals-Nasen-Ohrenarzt oder Kinderarzt aufsuchen. Nachfolgend haben wir einige Fragen beantwortet, die von Eltern immer wieder gestellt werden.

Welche Hörtestungen werden bei kleinen Kindern durchgeführt ?

Zur Beurteilung der Hörfunktion kommen bei Säuglingen und kleinen Kindern folgende audiometrischen Untersuchungen zum Einsatz:

  • Otoakustische Emissionen
  • Hirnstammaudiometrie
  • Tympanometrie Stapediusreflexmessung

Was versteht man unter kindlichen „Polypen“?

Kindern im Alter zwischen 2 und 6 Jahren leiden häufig unter vergrößerten Adenoiden („Polypen“). Adenoide bestehen aus lymphatischem Gewebe im hinteren Abschnitt der Nase (Nasenrachen). Durch eine Vergrößerung (Hyperplasie) werden die Atemwege blockiert und die Kinder leiden unter nächtlichem Schnarchen und unregelmäßiger Atmung.

Welche Hörstörungen kommen bei Kindern mit vergrößerten „Polypen“ vor?

Zusätzlich zur Atemproblematik können auch erhebliche Hörstörungen bestehen, die aufgrund der polypenbedingten Minderbelüftung des Mittelohres entstehen. Der im Mittelohr längere Zeit vorhandene Unterdruck bewirkt die Sekretion von zähem Schleim, der die Weiterleitung der Schallwellen im Mittelohr beeinträchtigt. Bei länger bestehenden Paukenergüssen ist die Sprachentwicklung der Kinder häufig verzögert. Zusätzlich kann es zu irreversiblen Schäden an der Mitteohrschleimhaut mit Narbenbildungen und Kalkeinlagerungen (Tymanosklerose) kommen.

Welche Problemen entstehen bei den Mandeln?

Kinder mit vergrößerten Adenoiden haben häufig auch große Gaumenmandeln. Die Mandeln sind normalerweise gesund, aber aufgrund der Größenzunahme erschweren sie das Schlucken und verstärken die nächtliche Schnarch- und Atemproblematik.

Welche Behandlungen sind sinnvoll?

Die Behandlung ist zunächst konservativ. Neben Nasentropfen und Sekretlösern werden im Bedarfsfall auch Antibiotika eingesetzt. Erst wenn diese Maßnahmen nicht zum Erfolg führen und das Kind weiter unter akuten Mittelohr-entzündungen, Hörstörungen durch Paukenergüssen sowie Schluck- und Atembehinderung aufgrund vergrößerter Gaumen- und Rachenmandeln leidet, kommen operative Maßnahmen zum Einsatz. Folgende Eingriffe sind häufig notwendig: